Sonntag, 22. Mai 2016

Ernährungslehre des Ayurveda

Ernährungslehre des Ayurveda




Die Ernährungslehre des Ayurveda zielt darauf ab, für jede Person die optimale Auswahl an Lebensmitteln und Zubereitungen zu finden. Sie fördert unsere Achtsamkeit und führt uns zu einem natürlichen Geschmacksempfinden, das uns anleitet im Gleichgewicht zu bleiben. Im Ayurveda hängen Zufriedenheit und Wohlgefühl nach einer Mahlzeit ab von:

  • Sechs Geschmacksrichtungen- süß (=neutral) - sauer
    - salzig
    - bitter
    - scharf
    - herb
  • Zwanzig Eigenschaftenz.B. ölig, trocken, kalt, warmrau, hart, weich …
  • Der richtigen Kombination der Lebensmittel
  • Der Heilkraft der Gewürze
  • Dem Zeitpunkt und der Häufigkeit von Mahlzeiten

Typgerechte Ernährung im Ayurveda – einige Empfehlungen für die drei Doshas:

VATA-Konstitution


Menschen mit VATA-Konstitution brauchen mehrmals täglich qualitativ hochwertige, leicht verdauliche warme Speisen.

Lebensmittel mit neutralem, saurem und salzigem Geschmack sowie ausreichend pflanzliche Fette und Ghee (ayurvedisches Butterfett).

Sie sollten genügend warme Flüssigkeit zu sich nehmen, damit ihr Agni (Verdauungskraft) angeregt wird, ihre Hautfeuchtigkeit erhalten und ihr Kreislauf stabil bleibt.

Auf scharfe, bittere und herbe Speisen, sowie kalte und trockene Nahrungsmittel wie z.B. Rohkost am Abend sollten Menschen mit Vata-Konstitution verzichten

PITTA-Konstitution


Menschen mit PITTA-Konstitution brauchen neutrale, bittere und herbe Nahrungsmittel, reifes Obst, leicht bittere Gemüsesorten wie Chicorée und Radicchio und Hülsenfruchtgerichte.

Als Getränke empfehlen sich kühlende Teesorten wie Rose, Pfefferminze oder Melisse. Verzichten sollten sie auf scharfe, saure und salzige Speisen ebenso wie auf zu heiße Speisen und Getränke.

KAPHA-Konstitution


Menschen mit KAPHA-Konstitution sollen scharf, bitter und herb essen. Vor allem die richtigen Gewürze können den Stoffwechsel ordentlich anheizen. 

Warme, würzige Mahlzeiten mit viel Gemüse sind mittags und abends ideal, sie belasten nicht unnötig den Stoffwechsel. Getrunken werden sollte abgekochtes, warmes Wasser (eventuell mit Ingwer oder Trikatu) zur Unterstützung der Entschlackung. 

Empfohlen wird ein wöchentlicher Entschlackungstag. Verzichtet werden sollte auf süße, saure und salzige Speisen und auf Zwischenmahlzeiten.





Ayurvedische Gewürze und Tees



In der ayurvedischen Ernährungslehre spielen Gewürze eine wesentliche Rolle. Sie sind Heilpflanzen, die wir uns täglich in kleinen Dosen zuführen und mit denen wir das Gleichgewicht der Tri Doshas regulieren können.


Die achtsame Auswahl der Gewürze macht Speisen besonders bekömmlich.


Für Vata-Menschen sind besonders beruhigende, wärmende und süße Gewürze wie Vanille, Zimt, Kardamom, Lorbeer, Fenchel und Bockshornklee wohltuend.


Pitta-Menschen werden kühlende, harmonisierende und etwas bittere Kräuter wie Dill, Kurkuma, Koriander, Kreuzkümmel und Safran empfohlen.


Kapha-Menschen werden angeregt mit Trikatu, Ingwer, Rosmarin, Gewürznelken, Thymian und Pfeffer.




Trikatu




Die drei Scharfen
Eine der wichtigen Gewürzkombinationen im Ayurveda ist Trikatu bestehend zu gleichen Teilen aus Pippali (langer Pfeffer), Maricha (schwarzer Pfeffer) und Shunti (gemahlener Ingwer).
Trikatu regt Agni, das Verdauungsfeuer an, verbrennt Ama (Stoffwechselschlacken) und reinigt die Shrotas (feine Körperkanäle).
Es hat einen ausgleichenden, schleimlösenden Effekt auf die oberen Atemwege.

Trikatu ist hilfreich bei:
  • Blähungen, Verstopfung, Übergewicht, Stoffwechselstörungen
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Hauterkrankungen, die durch ein Übermass an Kapha entstehen

Es wirkt
  • durchblutungsfördernd
  • schmerzlindernd
  • unterstützend bei der Aufnahme von Nährstoffen aus der Nahrung
  • energiefördernd
  • leber- und arterienschützend
  • wirksam gegen Mikroorganismen, immunstärkend

Laut Ayurveda reduziert Trikatu erhöhtes Kapha, wärmt kaltes Vata und vermehrt Pitta, was besonders im Winter für innere Wärme sorgt. Die Geschmacksrichtung ist scharf.
Zur Anregung der Verdauung nimmt man vor oder nach dem Essen eine Messerspitze Pulver mit etwas Honig, Ghee oder Agavendicksaft ein oder verwendet es wie ein Küchengewürz zum Kochen. Es macht Milchspeisen, Hülsenfrüchte und Kohlgerichte leichter bekömmlich. Verzehrmenge nicht mehr als 3g täglich. Bei gereizten Magenschleimhäuten verzichtet man besser auf Trikatu.

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