Mittwoch, 6. Januar 2016

Holographische Realitätsmodelle - was ist das?



Holographische Realitätsmodelle





Es gibt eine Vielzahl an wissenschaftlichen Modellen, die versuchen die unerklärten Phänomene unserer Realität zu erklären. Das holographische Modell unserer Realität wurde zuerst vom Physiker David Bohm entwickelt, der zusammen mit Albert Einstein an der Universität von Princeton forschte.

Bohm begann in den Bereichen Quantenmechanik und Relativitätstheorie zu forschen. Zusammen mit Karl Pribram – einem Neurowissenschaftler der Universität von Stanford – entwickelte er dann das holographische Realitätsmodell.



Während Bohm’s holographischer Ansatz auf seinen Forschungsergebnissen im Bereich der Quantenmechanik beruhte, untersuchte Karl Pribram, wie Erinnerungen im Gehirn gespeichert werden. Pribram’s holographische Theorie besagt, dass das Gehirn Infor-mationen auf die gleiche Weise speichert, wie Informationen in einem Hologramm gespeichert werden.


Einer der Gründe, warum beide Ansätze zueinander gefunden haben, war, dass die gleiche mathematische Berechnung – genannt Fouriertransformation – die zur Berechnung von Hologrammen benutzt wird, auch im menschlichen Gehirn zum Einsatz kommt, um Informationen über Sinneseindrücke (sehen, hören, tasten) zu verarbeiten. Durch die Vereinigung beider Ansätze entstand schließlich das holographische Modell unserer Realität.

Eine Eigenschaft eines Hologramms ist, dass man einen Laserstrahl auf das Hologramm richten kann und der vom Hologramm reflektierte Laserstrahl ein drei-dimensionales Bild der im Hologramm gespeicherten Bildinformation erzeugt. Eine ungewöhnliche Eigenschaft zeigt sich, wenn man das Hologramm in mehrere Teile zerbricht, denn jedes einzelne Teilfragment des Hologramms ist in der Lage, das gesamte 3D-Bild zu erzeugen.

Das einzige, was in diesem Fall verloren geht, ist die Auflösung bzw Bildschärfe, die abnimmt, umso kleiner das Teilfragment ist. Es ist wichtig an dieser Stelle zu erwähnen, dass dieser Effekt nur für Hologramme gilt, die mit einem Laser angestrahlt werden müssen, um das 3D-Bild zu erzeugen. Konventionelle 3D-Bilder wie die auf Postkarten verwenden eine andere Holographietechnik und können beim Zerteilen nicht das gesamte 3D-Bild reproduzieren.




Eine Erkenntnis, die aus dem holographischen Realitätsmodell abgeleitet wurde, ist, dass man sich unsere Realität besser als ein Bild anstelle eines Festkörper-Konstrukt vorstellen sollte. Die Realität, die wir sehen, entspricht vielleicht eher einer drei-dimensionalen Projektion, ähnlich wie ein Schatten der zwei-dimensionalen Projektion eines drei-dimensionalen Körpers entspricht. 

Eines der unerklärten Phänomene der Quantenphysik ist die scheinbar direkte Kommunikation ohne jeglichen Zeitverzug zwischen zwei physikalischen Teilchen, die sich in großer Entfernung voneinander befinden. Nach der Relativitätstheorie, kann sich nichts schneller im Raum bewegen, als die Lichtgeschwindigkeit. Aber Experimente zeigen, dass die Information zwischen zwei Teilchen ohne Zeitverzug ausgetauscht wird.

Um dieses Phänomen zu erklären, nahm Bohm die Analogie eines Aquariums zur Hilfe : Man stelle sich vor in einem Aquarium schwimmt ein Fisch und man richtet zwei Video-kameras aus zwei unterschiedlichen Perspektiven auf den Fisch. Die Signale werden auf zwei Monitoren im Nebenraum dargestellt. Ein Beobachter, der den Versuchsaufbau nicht kennt und vor die beiden Monitore gesetzt wird, wird zunächst denken, es handelt sich um zwei unterschiedliche Fische. Wenn sich die Fische auf dem Monitor zu bewegen beginnen, scheint es so, als ob die beiden Fische miteinander zu kommunizieren, um ihre Bewegungen aufeinander abzustimmen. Erst wenn dem Beobachter der Versuchsaufbau erklärt wird, wird klar, dass es sich auf beiden Monitoren um den gleichen Fisch handelt.

Nach Bohm’s Theorie ist die drei-dimensionale Realität in der wir leben, nur die Projektion einer tieferen Realität. Auf der Ebene dieser tieferen Realität kann eine Kommunikation augenblicklich und ohne Zeitverzug erfolgen, denn auf dieser tieferen Ebene sind alle Teilchen miteinander verbunden, weil sie alle Teil des gleichen Holo-gramms sind. Bohm denkt, dass jegliche Trennung, die wir in unserer Realität empfinden auf einer falschen Vorstellung basiert und wir uns über die Zusammengehörigkeit auf der tieferen Ebene nicht bewusst sind.

Durch das holographische Realitätsmodell lassen sich auch paranormale Phänomene wie Telepathie oder Telekinese erklären. Wenn es einem Menschen gelingt, auf gedanklicher Ebene bewusst auf die tieferen Realitätsebenen zuzugreifen, könnte er nicht nur Zugriff auf die Gedanken eines anderen Menschen bekommen, sondern auch einen Gegenstand bewegen, indem er auf der tieferen Ebene das Modell des Gegenstands manipuliert, bevor es in unsere Realität projiziert wird.

Zahlreiche Versuche haben gezeigt, dass das Modell der Realität, welches wir in unserem Verstand aufgebaut haben, erheblichen Einfluss auf die scheinbar objektive Realität besitzt. Der erste Schritt, um Zugang zu diesen tieferen Ebenen zu erhalten, könnte darin bestehen, in Erwägung zu ziehen, dass sie real sein könnten.

Weitere Informationen zu diesem Thema findet man im Buch „Das Holographische Universum“ des Autors Michael Talbot. Die deutsche Ausgabe ist leider nur noch als überteuertes Sammlerstück zu bekommen, deshalb wurde hier die englische Buchausgabe verlinkt.



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